Mindset im Powerlifting

Die Genetik spielt wie überall eine große Rolle, sie ist jedoch nicht änderbar. Darum macht es auch keinen Sinn darüber zu philosophieren, wenn man sich bereits für eine Sportart entschieden hat. Am Kopf bzw. dem Mindset kann jedoch schon gearbeitet werden und das entscheidet letztendlich wieviel deines individuellen Potenzials du ausschöpfen kannst bzw. wie weit du kommst.

Du kannst genetisch noch so bevorzugt sein, ohne effizientem Training und vor allem ohne der richtigen Einstellung & Konsequenz wird das nichts.

Typische Fehler & Lösungen:

Falsche Vorstellung eines bevorstehenden schweren Satzes
Wenn schwere Sätze bevorstehen, sind Gedanken wie „das wird jetzt hochschießen“ bzw. das Abspielen des Lifts im Gedanken in zu hoher/unrealistischer Geschwindigkeit fehl am Platz.
Das Gewicht wird euch so vielleicht gefühlt erdrücken und ihr werdet womöglich enttäuscht sein.
Richtig wäre hier der Gedanke „Das wird schwer, aber ich will es schaffen, ich schaffe das“. Und wenn ihr den Lift schon im Gedanken abspielt, dann stellt ihn euch in etwa wie einen ähnlich
schweren Satz (von der Intensität her) in der Vergangenheit vor.
Für mich persönlich fühlt sich alles ab 1-3 Wiederholungen @8 sehr schwer an und je stärker ich werde, desto schlimmer wird es. Eine @8 wird was die Intensität angeht immer eine @8
bleiben, jedoch das ganze drumherum wird, je stärker man wird, immer belastender. Damit meine ich den Druck am Rücken beim Kniebeugen (speziell beim Walkout), der Griff beim Kreuzheben,
das Unracken beim Bankdrücken und einfach auch schlichtweg der Blick – welcher alleinig schon Stress auslöst – auf das Gewicht des bevorstehenden Satzes.

Unmenschliche Erwartungshaltung im Bezug auf Trainingsfortschritt und Tagesverfassung
Wir sind keine Maschinen, sondern Menschen. Wir alle haben mal schlechte Tage und der Trainingsfortschritt verläuft nicht linear. Schon gar nicht als Fortgeschrittener, je höher das
Kraftniveau, desto geduldiger muss man werden. Der Gedanke sich in jedem einzelnen Training in jeder Disziplin verbessern zu müssen/können ist unrealistisch.
In ein paar Tagen wird man weder wesentlich stärker, noch schwächer.
Lasst euch nicht von Social Media täuschen, dort sieht man hauptsächlich nur persönliche Bestleistungen. Die vielen oft auch frustrierenden Trainings die dort hinführen zeigt kaum jemand.
Es ist ein ständiges auf und ab, aber so lange die Kurve am Ende des Monats, Quartals oder des Jahres eine Tendenz nach oben zeigt, macht ihr schon einiges richtig.

Keine, nur langfristige oder unrealistische Ziele
Langfristige Ziele sind gut, man kann sie sich zB zu Hause innen auf die Wohnungstür hängen, damit man auch an schlechten Tagen daran erinnert wird, wieso man überhaupt
Tag ein Tag aus so hart dafür arbeitet. Dennoch benötigt es auch kurz- und mittelfristige Ziele um die Motivation nicht zu verlieren und um den Fortschritt zu messen. Das ist ganz wichtig
für schlechte Zeiten, um zurückblicken zu können und zu sehen, was man auf dem zurückgelegten Weg schon erreicht hat.